Reden

08.06.2017, 21:07 Uhr
 
Rede vom 1. Juni 2017
TOP 15 Kohleausstieg


Bei der Debatte um den Kohleausstieg ging Dr. Klaus-Peter Schulze im Rahmen seiner Rede auf einen bisher nur wenig beachteten Aspekt ein:

Von den in Deutschland, vor allem in der Bauindustrie, benötigten 9,5 Millionen Tonnen Gips werden ca. 5,5 Millionen Tonne durch sogenannten REA-Gips gedeckt. Dabei handelt es sich um Gips, der unter anderem aus den Rauchgasentschwefelungsanlagen von Braunkohlekraftwerken gewonnen wird. Bei einem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung müsste die Versorgungslücke beim Gips demnach durch die Einrichtung und Erweiterung von Gipsbergwerken und- steinbrüchen gedeckt werden. Schulze machte in seiner Rede seine Zweifel deutlich, dass sich die Befürworter eines schnellen Kohleausstieges konsequenterweise für den Aufschluss neuer Gipssteinbrüche einsetzen werden.
 
Dr. Schulze wies in seiner Rede zudem auf die hohen Sozial- und Umweltstandards bei der Kohleförderung in Deutschland hin. Demgegenüber seien die Standards etwa in Kolumbien, von wo Deutschland einen wesentlichen Teil seiner Steinkohle bezieht, deutlich niedriger. So emittiere dort Methan als Teil des Grubengases ungehindert in die Atmosphäre, werde bei Umsiedlungen wenig Rücksicht auf die Bevölkerung genommen und finde auf riesigen ehemaligen Tagebauflächen keine Rekultivierung statt. Hinzu kämen die langen Transportwege der Kohle von Kolumbien nach Deutschland. Es mache daher laut Schulze aus klima- und umweltpolitischer Perspektive wenig Sinn, die Kohleförderung von Deutschland in andere Gegenden der Welt zu verlagern.


Das Video der kompletten Rede finden Sie hier: www.bundestag.de/mediathek