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27.07.2016, 13:33 Uhr

Treffen mit der DOMOWINA bei Budeks in Hornow

(Hornow) Einen sehr abwechslungsreichen Termin hatte Dr. Schulze gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden David Statnik, dem stellvertretenden Geschäftsführer Marcus Koinzer der DOMOWINA und dem Gastgeber Rüdiger Budek in Hornow. 

Ein Termin mit Vertretern der Domowina ist mittlerweile traditionell

Dr. Schulze als stellvertretendes Mitglied des Parlamentarischen Beirates im Bundestag der Stiftung für das sorbische Volk ist es wichtig, mindestens einmal jährlich den persönlichen Kontakt mit den Verantwortlichen zu haben, um in den Erfahrungsaustausch zu treten. Herr Budek als bekannter Bauer in Hornow und manchmal auch als „Alter Fritz“ unterwegs, zeigte zuerst voller Stolz die im 13. Jahrhundert erbaute Hornower Dorfkirche mit dem einzigartigen Fensterbildensemble und dem restaurierten Altar. Die Kirche, die in  DDR-Zeiten baupolizeirechtlich gesperrt war, wurde mit Mitteln des Aufschwungs Ost, die Dr. Schulze als Baudezernent im Landkreis Spree-Neiße mit bewilligen durfte, neu aufgebaut. Bis 1908 war nach Angaben von Herrn Budek die Kirche wendisch geprägt. Auf dem Kirchweg steht eine Stileiche, die schätzungsweise ebenso alt wie die Kirche sein soll. Diese Kirche soll als Gerichtseiche gedient haben. Der Wunsch der Weiterentwicklung der Dörfer aber auch das Beibehalten der ländlichen Gepflogenheiten, des Ursprünglichen wird in den Erzählungen Budeks sehr deutlich. Ein Beispiel von wirtschaftlicher Betätigung mit dem, was ein Hof so gibt, ist der in der Region bekannte „Hofladen“ der Fa. Dörry, der von Bauer Budeks Tochter betrieben wird. Hier haben junge Leute, die in ihrer Heimat bleiben wollen, eine alte Gaststätte, die früher als Zwischenstopp der Händler zwischen den Tuchmacherstädten Spremberg und Forst, diente, umgebaut. Nicht immer wurde diese Eigeninitiative von der Landkreisverwaltung konstruktiv gestützt. Auch im Bautzener Raum, insbesondere entlang des Spreeradweges ist nach Ansicht von Herrn Statnik solche Eigeninitiative gefragt, auch um den Tourismus anzukurbeln.  Die Ober- und Niederlausitz lebt vielleicht noch die nächsten 20 Jahre von der Braunkohle, ein Umdenken ist aber bei allen, auch im ländlich geprägten Raum, nötig, ist sich Herr Statnik sicher. Aus diesem Grund ist eine Sicherheit für die Menschen seitens des Erwerbers des Braunkohlegeschäfts notwendig, die bereits auf gepackten Koffern sitzen, wie in Schleife und Proschim. Hier ist man sich einig, dass es damals falsch war, auf die Monokultur Braunkohle zu setzen, umso wichtiger ist es jetzt anzupacken. Jedes noch so kleine Rädchen kann dazu mittun. Voraussetzung dazu ist eine gut funktionierende Infrastruktur. In dem neuen Bundesverkehrswegplan ist die Lausitz relativ gut präsent. Ein wichtiges Anliegen der DOMOWINA ist, dass im Rahmen der Kreisgebietsreform, die Interessen der Sorben nicht vernachlässigt werden und der status quo, der derzeit in den Verwaltungsstrukturen besteht, ggf. bei territorialen Änderungen erhalten bleiben muss. Besondere Beachtung ist dabei bei Stellen zu schenken, die übergreifend von mehreren Kommunen bzw. Landkreisen finanziell getragen werden. Positiv und dankend äußerte die DOMOWINA die Berücksichtigung der Interessen in der gemeinsamen Erklärung der Landtagsfraktionen der CDU Sachsens und Brandenburgs für den Schutz und Erhalt des sorbischen  Volkes. Herr Dr. Schulze versichert, auch zukünftig in engem Kontakt mit der DOMOWINA zu bleiben und als stellvertretendes Beiratsmitglied im Bundestag sowie als Kreistagsabgeordneter kommunal mitzuwirken, die Interessen der Sorben bei seiner Arbeit einfließen zu lassen. Wir danken Rüdiger Budek für die sehr informative Führung und Gastfreundschaft.

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