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04.10.2016, 17:30 Uhr

Landwirtschaft im Zeichen der Ökologie und Ökonomie

(Drebkau) Ist Düngung und grüne Gentechnik zwangsläufig schlecht für unsere Felder? Auf Einladung des Vorsitzenden Frank Schneider besuchte Dr. Schulze gemeinsam mit Dr. Matthias Gerber von der BASF AG den Bauernverband des Landkreises Spree-Neiße.

Im seinem einleitenden Vortrag berichtete Dr. Schulze von der aktuellen Diskussion zur Landwirtschaft in Deutschland. Diese wird aktuell bei den Aussagen bezüglich Glyphosat deutlich. Nach Aussage des Bundesamts für Risikobewertung (BfR), birgt Glyphosat keine Gefahren für die menschliche Gesundheit. Hier gilt wie bei fast in allen Stoffen, dass immer die Dosis entscheidet, wann etwas toxisch wirkt.
Einerseits wird der Anbau von genveränderten Sorten in Deutschland strikt abgelehnt, jedoch wird andererseits gentechnisch verändertes Soja für die Fütterung der heimischen Rinder importiert.

Durch Düngung ist in den Böden einiger Regionen Deutschlands eine erhöhte Nährstoffzufuhr zu verzeichnen, wodurch die Grenzwerte für Stickstoff im Grundwasser überschritten werden. Dies gilt in Regionen mit großen Tierbeständen und Biogasanlagen. Hier ist die Düngungsintensität durch eine Verordnung zu steuern.
Dr. Gerber brachte in seinem Vortag zum Ausdruck, dass künftigen Anforderungen an die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ansteigen wird. Der Schutz der Kleingewässer steht da besonders im Vordergrund. In Deutschland bilden die Kleingewässer, wie Ackergräben einen Anteil von 90% aller Fließgewässer.
Die Landwirtschaft beeinflusst die Biodiversität. Leider haben wir in vielen Ländern, so auch in Deutschland einen der Rückgang der tierischen und pflanzlichen Artenvielfalt.
Eine Ursache ist die intensive Landwirtschaft und veränderte Landnutzung. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Schaffung von circa 1 Meter breiten Blühstreifen an Feld- und Ackerrainen. Eine breite pflanzliche Artenvielfalt sorgt permanent für verschiedene blühende Pflanzen über das Jahr und verhindert das Insektensterben, aufgrund von Nahrungsmangel so genannter „Blühlücken“. Bereits laufende Versuche in Nachhaltigkeitsbetrieben, wie in Quellendorf (Sachsen-Anhalt) zeigen eine steigende Ansiedlung von Tierarten in den entsprechend geschaffenen Feldbereichen.
Dr. Gerber erläuterte, dass diese Bepflanzung in einigen Bundesländern mit bis zu 850,-€ je Hektar gefördert wird. Im Land Brandenburg gibt es für diese Bepflanzung aktuell keine Förderung. Die Schaffung von Feldlerchenfenstern sorgt auch für die Wiederansiedlung einer gefährdeten Vogelart. Hier werden wenige Quadratmeter große Teile innerhalb eines Feldes nicht mit Nutzpflanzen angebaut, sodass die Feldlerche einen natürlichen Lebensraum mit Schutz vor Feinden vorfindet.
Nach dem aktuellen Gesetzesstand müssen diese Flächen spätestens alle 5 Jahre umgepflügt werden, damit sie weiterhin als Ackerfläche genutzt werden können. Passiert dies nicht, werden diese Bereiche als Dauergrünflächen eingestuft und sind für den Ackerbau nicht mehr zugänglich. Hier gibt es nach Meinung der anwesenden Landwirte Verbesserungsbedarf in der Gesetzgebung.

Dr. Schulze fügte an, dass in Deutschland täglich 74 Hektar Fläche für Infrastruktur verbraucht werden. Bis 2020 soll der Bedarf auf täglich 30 Hektar abgesenkt werden.
Es ist äußerst zweifelhaft, dass dieses Ziel der Bundesregierung erreicht wird, weil allein die Erdverkabelung der Stromtrassen mehrere zehntausend Hektar Fläche in Anspruch nimmt

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