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22.02.2017, 20:08 Uhr

Aufbau der Kirche Gubin - ein grenzüberschreitendes Projekt der Zukunft

(Guben) Was ist schon erreicht und wie soll der Aufbau der Gubiner Kirche weiter vorankommen? Diese Fragen hat Dr. Schulze bei seinem Besuch in der Gubiner Kirche mit Mitgliedern des „Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche Guben“ erörtert.

Die Ausmaße der Kirchenruine in Gubin sind beeindruckend. 1519 wurde die Kirche im gotischen Stil neu aufgebaut und wurde viele Jahrhunderte durch die evangelische Bevölkerung der Neißestadt genutzt. Weihnachten 1944 fand der letzte Gottesdienst in der Kirche statt. Im Februar 1945 wurde die Kirche von SS-Gruppen angezündet, nachdem vorher tonnenweise Dokumente im Kirchenraum gelagert wurden. Über 60 Jahre stand die Kirchenruine in der Gubiner Innenstadt leer und drohte vollständig zu zerfallen.

2004 wurde in Gubin ein Aufruf zum Wiederaufbau der Kirche gestartet, dem sich engagierte Gubener Bürger anschlossen. Seitdem arbeiten Polen und Deutsche gemeinsam am Aufbau der Gubiner Kirche. Auf der deutschen Seite ist Günter Quiel der Initiator und unermüdlich darum bemüht, Unterstützung für dieses Projekt zu gewinnen.

Unzählige Stunden Freizeit haben die Mitglieder des Vereins eingesetzt, um die Strukturen der Kirche erkennbar werden zu lassen. Das Arbeitspensum der Vereinsmitglieder, allein um den Schutt aus der Ruine zu schaffen, ist enorm. Heute beeindruckt der Kircheninnenraum besonders durch seine Höhe und zahlreiche Details, u.a. Grabplatten die im Laufe der Arbeiten zum Vorschein kamen.

In der Kirche werden regelmäßig Veranstaltungen und Konzerte angeboten, die immer mehr Besucher anziehen. Höhepunkt war eine Hochzeit in der Gubiner Kirche, die auch medial für große Aufmerksamkeit für das Projekt Wiederaufbau sorgte.

„Es ist äußerst beeindruckend, was Ehrenamt leisten kann. Durch die gemeinsame Arbeit von Polen und Deutschen wird außerdem das Verständnis füreinander verbessert, das ist für unsere ganze Region von großer Bedeutung “, stellt Dr. Schulze fest. Er sagt zu, sich um Unterstützung für die Weiterführung des Wiederaufbaus zu bemühen.

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