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26.06.2017, 23:52 Uhr

Johannisreiten in Casel

(Casel) Einzigartig in unserer Region, wird nur noch in Casel bei Drebkau traditionell an einem Sonntag um den 24. Juni der sorbische Brauch des Johannisreiten durchgeführt.

 Ein junger Reiter aus dem Dorf wird gewählt, die Rolle des Johannis zu übernehmen. Am Tag des Johannisreiten werden vor Sonnenaufgang Kornblumen, Kräuter und Blumen von den Mädchen des Dorfes gesammelt und zu Kornblumenranken und einer besonderen Krone verarbeitet. Die Kornblumenranken werden dem Johannisreiter in einer aufwendigen Prozedur auf den Anzug genäht. Nach einer Prozession durch das Dorf reitet der Johannisreiter gemeinsam mit seinen Begleitern auf ein freies Gelände. Dort wird versucht, den Reiter von seiner Gruppe zu trennen, das Pferd zu stoppen und ihm die Blumen abzunehmen, die als Glücksbringer gelten und Glück, Gesundheit und eine reiche Ernte versprechen. Früher fand diese Tradition in vielen sorbischen Dörfern statt. Heute gibt es das nur noch in Casel (Gemeinde Drebkau). Von den jungen Menschen, die sich für diesen Brauch begeistern, kommen nicht wenige nur für diesen Tag wieder in die Heimat zurück. Dr. Schulze war bereits zum zweiten Mal bei dieser Attraktion, die durch den Traditionsverein Casel e.V mit großem Aufwand und Engagement organisiert wird. In seiner kurzen Ansprache verwies er darauf, wie wichtig die Unterstützung sorbischer Kultur und sorbischer Bräuche ist, damit auch in Zukunft u.a. diese besondere Tradition aufrechterhalten werden kann. Als Mitglied im Rat für sorbisch/wendische Angelegenheiten will er sich auch weiterhin dafür einsetzen.

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