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15.01.2018, 15:13 Uhr

Vernunft bestimmt wieder deutsche Klimapolitik

Die im Rahmen der Sondierungsgespräche erfolgte Aufgabe des Klimaziels für das Jahr 2020 ist kein Zeichen des Scheiterns. Vielmehr macht diese lange überfällige Entscheidung den Weg frei für eine realistische, rationale und weniger dogmatische Klimapolitik.

Dr. Klaus-Peter Schulze MdB
Der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze erläutert: „Seit im Jahr 2007 das 40-Prozentziel für 2020 ausgegeben wurde, gab es eine Vielzahl von Entwicklungen, die einen deutlichen Effekt auf die deutsche Treibhausgasbilanz hatten. Diese Entwicklungen müssen wir bei der Definition unseres klimapolitischen Zielkorridors unbedingt berücksichtigen. Schließlich schränkt ein starres Festhalten an einem einmal ausgegebenen Zielwert den eigenen Handlungsspielraum unnötig ein. Wir dürfen uns nicht selbst vor die Wahl stellen – Klimaschutz oder Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft.“
 
Auf die deutsche Treibhausgasbilanz hatte vor allem das starke Wirtschaftswachstum der letzten Jahre einen erheblichen Einfluss. Von 2,5 Billionen Euro im Jahr 2007 steigerte sich das Bruttoinlandsprodukt auf über 3,2 Billionen Euro im Jahr 2017. Parallel stiegen auch die Treibhausgasemissionen, da unter anderem in den Bereichen Logistik und Transport ein immer größeres Aufkommen zu bewältigen ist. Ein Beispiel hierfür ist die Zahl der Paketsendungen in Deutschland, die sich infolge des boomenden Onlinehandels auf jährlich über drei Milliarden erhöht hat. Hinzu kommt der deutliche Anstieg des Passagieraufkommens auf deutschen Flughäfen von 185 Millionen Passagieren im Jahr 2007 auf 223 Millionen Passagiere im Jahr 2016.