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24.05.2018, 17:43 Uhr

Aussetzen von Karpfenbrut in der Teichwirtschaft Junghanns in Forst/Eulo

(Forst/Eulo) Dr. Klaus-Peter Schulze MdB und Raik Nowka MdL setzen 50.000 Karpfenbrütlinge in einen Teich in Forst/Eulo

10 bis 15 Millionen Karpfenbrütlinge, jeder ca. 8 mm klein, werden jährlich in Brandenburgs Teichwirtschaften ausgesetzt, damit sie nach 3 bis 4 Sommern auf dem Esstisch vieler Brandenburger Familien stehen können. 50.000 Karpfenbrütlinge durften die Abgeordneten Schulze und Nowka auf Einladung des Geschäftsführers des Landesfischereiverbandes Brandenburg/Berlin e.V. Herrn Dettmann und des Chefs der Teichwirtschaft Eulo Christoph Junghanns in seinem Euloer Brutteich aussetzen. Diese trocken gelegten Teiche werden 2-3 Tage zuvor mit etwas Wasser befüllt, welches dann aufgewärmt die neue Heimat der Karpfenbrut wird. Ökologisch bewirtschaftete Teiche sind als Lebensraum für viele Insekten, Kleintiere, Vögel und andere Tiere bedeutungsvoll. Das Euloer Teichgebiet gehört so auch zum ausgewiesenen europäischen Fauna-Flora-Habitat. Die Artenvielfalt in den Teichgebieten und der Naturschutz stellt eine Wertschöpfung neben der Fischproduktion dar. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass die Teichwirtschaften weiter leben, was angesichts der verlorenen Karpfenmengen für manche Unternehmer in der Teichwirtschaft immer schwerer wird. Grund dafür ist der Freßdruck der geschützten Arten, wie der des Kormorans. Der Teichwirt kalkuliert bei idealen Verhältnissen einen Ertrag von ca. 16 Fischen, wenn er 100 Brütlinge ausgesetzt hat. Derzeit sind der Ertrag aber nur 8 Fische, sodass die Wirtschaftlichkeit mancher Teichwirtschaften in Frage gestellt werden muss. Wenn die Fische nach ca. 21-28 Tagen etwas größer werden, kommen sie in sogenannte Aufwachsteiche, müssen also abgefischt und umgesetzt werden. Letztlich sind 200 bis 300 Fische auf 1 ha beheimatet. Erst wenn die Fische nach 1-2 Jahren eine entsprechende Größe erreicht haben, sind sie für den Kormoran nicht mehr fressbar. In Brandenburg kommt hinzu, dass der Komoran auf dem Weg in sein Winterquartier auf seiner Flugroute hier Halt macht und wenn die Teiche nicht mit einer Eisschicht abgedeckt sind, frei nach Motto „all you can eat“ den Fischbestand weiter verringert. Ärgerlich ist, laut Nowka, dass „ es die Landesregierung in Brandenburg bisher nicht geschafft hat, dass das 2016 im Parlament beschlossene Geld im Haushalt 2017/2018 für Entschädigungsleistungen infolge von Schäden durch geschützte Arten wegen der fehlenden Richtlinie des Ministeriums nicht ausgezahlt wurde. Nur nebenbei, eine Richtlinie für die Entschädigung von Schäden durch den Wolf besteht, nun wurden, um den hohen finanziellen Aufwand für den Schadensausgleich beim Wolf haushalterisch abzudecken, im Haushaltsjahr 2017 Haushaltsmittel in Höhe von 77.000 Euro aus dem Geld für die Teichwirte als Ersatzleistungen für Schäden durch die Wölfe verwendet.“ Dr. Schulze als Berichterstatter für Biodiversität ergänzt: „Wenn Teichwirte aufgrund dieses Wertverlustes aufgeben, fehlen in unserer Natur auch die Hotspots der Biodiversität, die neben der Teichwirtschaft entstehen, denn die Artenvielfalt entsteht an den Teichen nicht trotz der Teichwirte, sondern wegen dieser. Deshalb müssen in den Verhandlungen für die nächste Förderperiode der Europäischen Union finanzielle Mittel für die Teichwirtschaft bereitgestellt werden.“