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16.08.2018, 10:49 Uhr

Lausitzer Kraftwerke sichern Stromversorgung auch bei Hitze

(Spremberg) Der diesjährige Sommer hat Probleme in der Energieversorgung aufgezeigt, die in diesem Umfang bisher noch nicht bekannt waren.

Dr. Schulze, Petra Lehmann, Landrat Harald Altekrüger, Ingo Senftleben, Christine Herntier, Christian Hirte, Dr. Helmar Rendez (Vorstandsvorsitzender LEAG)
Auf Grund der Hitzewelle hat sich das Kühlwasser von Steinkohle-und Kernkraftwerke so stark erhitzt, dass teilweise Abschaltungen notwendig waren. Auch Solar – und Windenergie kommen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, da der Wirkungsgrad von Solarmodulen bei Hitze abnimmt und bei langanhaltenden Hochdruckwetterlagen der Wind oft zum Erliegen kommt. Gleichzeitig nimmt der Energieverbrauch durch die wachsende Klimatisierung zu.

Die Lausitzer Braunkohlenkraftwerke liefern dagegen weiterhin ohne Probleme zuverlässig Strom, da sie im Umlauf-kühlverfahren aufbereitetes Kühlwasser aus dem in den Tagebauen gewonnenen Grubenwasser verwenden.
Damit tragen die Kraftwerke maßgeblich zur Versorgungsicherheit und zur Preisstabilität im Stromsektor bei. Auf diesen wichtigen Aspekt machte der Vorstandsvorsitzende der LEAG, Dr. Rendez beim Besuch des Ostbeauftragten Christian Hirte im Kraftwerk Schwarze Pumpe aufmerksam.

Die Energieversorgung muss europaweit betrachtet werden, betont Dr. Rendez. Die Nutzung der einheimischen Braunkohle aufzugeben und bei Engpässen Strom aus französischen Atomkraftwerken zu beziehen, sieht er als falschen Weg.

Er verweist auch auf den hohen Verlust an Kaufkraft, der beim Wegfall von Industriearbeitsplätzen entstehen würde. Allein durch die Abschaltung des 1. Blockes im Kraftwerk Jänschwalde sind 600 Arbeitsplätze verloren gegangen und Auswirkungen bei den Servicepartner zu spüren.

Die LEAG hat ein Revierkonzept vorgelegt, das als Grundlage für weitere Diskussionen zur Zukunft der Lausitz unter anderem bei den Beratungen der Lausitzrunde Beachtung findet.

Für Christian Hirte, parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, ist Klimaschutz, Energiesicherheit und Bezahlbarkeit die Grundlage für weitere Entscheidungen in der Energiepolitik. Er betont, dass erst Perspektiven für die Region aufgezeigt werden müssen, ehe über ein Ausstiegsdatum aus der Braunkohle diskutiert wird.

Wichtig ist, dass alle Aspekte der Energiegewinnung betrachtet werden. Klaus-Peter Schulze, auf dessen Einladung Christian Hirte den Standort Schwarze Pumpe besucht hat, verweist dazu auch auf die Auswirkungen für den Wasserhaushalt und die Gipsproduktion in der Region. Der Rohstoff zur Herstellung von Gipskartonplatten wird zu 70 % aus den Abgasen der Rauchgasentschwefelungsanlagen gewonnen. Die Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Einig sind sich die Gesprächspartner, dass die Entwicklung der Region Chancen bietet. Dazu sind alle politischen Ebenen gefordert, gemeinsam mit den Akteuren vor Ort Lösungen zu finden.