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28.09.2018, 10:57 Uhr

Strukturwandel verknüpft mit der nationalen Energiepolitik

(Cottbus) Der Wirtschaftsrat empfing den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Bareiß zum Impulsvortrag mit anschließender Diskussion in Cottbus.

Jürgen Fuchs(BASF Schwarzheide Standtortleiter), Dr. Markus Binder (CEO LEAG), Thomas Bareiß MdB, Peter Kopf (Wirtschaftsrat)... Dr. Schulze & der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch
Zur hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion im Radisson BLU Hotel in Cottbus lud der Wirtschaftsrat auch den Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch, Standortleiter von BASF Schwarzheide Jürgen Fuchs, sowie den Finanzvorstand der LEAG Dr. Markus Binder ein.

Nach der Begrüßung durch Vorsteher der Sektion Südbrandenburg Peter Kopf erhielt Thomas Bareiß, der Parlamentarische Staatssekretär beim Ministerium für Wirtschaft und Energie, das Wort. Die deutschen Maschinenbauer haben Anlagen im Angebot, die im konventionellen wie auch regenerativen Energiebereich sehr effizient arbeiten. Jedoch erwähnte Bareiß, dass der weltweite Energiebedarf in den nächsten Jahren um 50% steigen wird.
Ein Anteil von 60% des Gesamtstroms in Deutschland verbraucht die Industrie, das Rückgrat der Wirtschaft. Hier betonte Bareiß insbesondere die Energiesicherheit und Bezahlbarkeit, die insbesondere durch Braunkohle gegeben ist. Jürgen Fuchs pflichtete ihm später bei, dass energieintensive Industrien genau auf diese Grundlagen angewiesen sind.

Bareiß kritisierte auch die anfängliche Nicht-Anpassung des Klimaziels von -40% CO2 bis zum Jahr 2020, obwohl zwischendurch ein schneller Ausstieg aus der Kernenergie hinzugekommen ist. Dieses Klimaziel wird aktuell für 2030 anvisiert.
Dr. Binder führte an, dass Deutschland ab 2020 Nettostromimporteur sein wird. Obendrein werden in Europa fünf Jahre später 25 Gigawatt verlässliche und wetterunabhängige Kraftwerksleistung fehlen.

Dr. Schulze führte seinem nachfolgenden Statement an, dass neben der Energiesicherheit und –bezahlbarkeit und dem Wegfall von Industriearbeitsplätzen auch die deutsche Gipsproduktion gefährdet ist, wenn die Braunkohlenförderung eingestellt wird. Nebenbei ist die Wasserversorgung für den Ostteil Berlins gefährdet, da die Spree zu einem erheblichen Anteil mit Grubenwasser aus den Tagebauen gespeist wird. Die Schaffung von neuen Industriearbeitsplätzen bedarf hoher Investitionen. Für die erste Papierfabrik in Spremberg wurde eine Investition von circa einer Million Euro pro Arbeitsplatz getätigt.