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27.10.2018, 18:41 Uhr

Strukturwandel verknüpft mit der nationalen Energiepolitik.

(Cottbus) Einen Tag nach dem Zwischenbericht der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung lud der Wirtschaftsrat Dr. Schulze zum Vortrag ein.

Im Zuge der Kommissionsarbeit berichtete Dr. Schulze über die einhergehenden Folgen eines schnellen Ausstiegs aus der Braunkohle. Neben einer gefährdeten Fernwärmeversorgung in Städten wie u. a. Leipzig, der Wegfall von Industriearbeitsplätzen und einer Energiesicherheit zu bezahlbaren Preisen ist auch Entschädigung der Energiekonzerne zu berücksichtigen, wie beim Atomausstieg.
Der jährliche Bedarf von sechs Millionen Tonnen Gips aus den Rauchgasentschwefelungsanlagen kann nicht durch 300 Tausend Tonnen recycleten Baumaterial ersetzt werden. Ein aktiver Abbau von Gips wird für die Bauindustrie essentiell.

Dr. Schulze lieferte auch einen aktuellen Einblick in die Zahlen der Stromerzeugung. Die Zahlen der Bundesnetzagentur, stündlich aktuell abrufbar unter smard.de, belegen den tragenden Anteil von Braunkohle bei der Deckung des bundesweiten Strombedarfs. Dies wird sich mit der Abschaltung der letzten Atommeiler Ende 2022 noch weiter verstärken, da auch der Energiebedarf weiter steigt.

Im Zuge des Bahnwerkes in Cottbus fügte der Bundestagsabgeordnete an, dass der Bund hier die beste Möglichkeit hätte Industriearbeitsplätze zu erhalten. Hier zeigt sich insbesondere, dass man an anderen Bahn-Standorten Probleme hat die Fachkräfte für die Aufgaben zu finden.

Im Nachgang des Vortrages gab es noch rege Diskussionen. So fügte Herr Fischer der Beauftragte für Umweltschutz von der LEAG an, dass die Betrachtungszonen für Klimaauswirkungen räumlich sehr begrenzt angesetzt werden. Eine Industrieabwanderung aus Deutschland nach Asien ist für das globale Klima schädlicher. Auf der Klimatagung in Katowice im Dezember sollen einheitliche Standards zur Berechnung der Treibhausgase verabschiedet werden.

Die aktuellen Proteste im Hambacher Forst wurden auch zur Sprache gebracht. Dr. Schulze erläuterte, dass selbst ein sofortiges Einstellen des Hambacher Tagebaus wird den Hambacher Forst vor einer Rodung nicht schützt. Die Befestigung der am Wald angrenzenden Böschung ist neben dem 450 Meter tiefen Flöz geologisch nicht möglich. Eine Rutschung des Waldes wäre die unausweichliche Folge.