Dr. Klaus-Peter Schulze MdB
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Neuigkeiten
11.12.2018, 10:12 Uhr
Ein Ende des Braunkohlenbergbaus hat auch weitere Auswirkungen auf die Lausitz
(Cottbus / Peitz) Im Zuge des Strukturwandels ist nicht nur die Zukunft des Energiesektors samt der Zulieferer ungewiss. Andere Branchen sind davon auch betroffen. Ein Wahlkreisbesuch bei der ETEX Group in Jänschwalde.
Foto: v.l. Hr. Hanschke, Hr. Dr. Ertle, Hr. Dr. Schulze, Hr. Waldenburg & Hr. Michler
Dr. Schulze wurde am Standort von Dr. Jörg Ertle, dem Werksleiter Herrn Stefan Heyne-Waltenburg und dem Produktionsleiter Dietmar Hanschke empfangen.

Das Werk mit 74 Mitarbeitern war ursprünglich Teil der Lafarge-Gruppe, bevor der belgische ETEX-Konzern den Standort übernommen hat. Produziert werden jährlich 250 bis 280 Tausend Tonnen Gipsplatten. Diese Menge Gipsplatten entspricht ungefähr 25 Millionen Quadratmeter. Bei den Produktionskosten fließen Gips, Kartonplatten und Energieverbrauch zu fast jeweils 1/3-Anteil ein. Die Personalkosten sind ein geringerer Anteil. Entscheidender sind die Kosten für Abtransport der produzierten Waren zum Kunden.

Neben Jänschwalde hat die ETEX Group am Kraftwerk Lippendorf und im fränkischen Hadershofen weitere Produktionsstandorte. In Hadershofen wird hauptsächlich Naturgips verarbeitet mit qualitativen Schwankungen. Hier bestätigen die Herren, dass chemischer Gips von Rauchgasentschwefelungsanlagen der Braunkohlenkraftwerke eine wesentlich höhere und gleichbleibende Qualität liefert. Der REA-Gips deckt aktuell 55% des Bedarfes der deutschen Gipsindustrie.

Nach dem Produktionsende eines Kraftwerksstandorts wie Jänschwalde muss eine zeitnahe Beantragung für den Abbau natürlicher Gipsvorkommen erfolgen. Nur dann ist eine reibungslose Rohstoffversorgung der Produktion gesichert. Ein Wegfall von REA-Gips würde eine Verdopplung der Förderung von natürlichen Gips auf deutschem Gebiet nach sich ziehen.

Auf die Gipsvorräte am Standort Jänschwalde hat ETEX noch ein Zugriffsrecht für circa 3 Millionen Tonnen.

Dr. Ertle fügte an, dass sich eine Werksinvestition erst nach ungefähr 40 Jahren rechnet. In Jänschwalde wurde erst 1994 gebaut und das Werk könnte noch 60 Jahre am Standort weiter existieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Sollte Gips zukünftig importiert werden müssen, entscheiden sich Konzerne wie ETEX für Produktionsstandorte an der Küste. Damit ist eine direkte und umschlagfreie Anlieferung per Schiff gewährleitet.
In der Lausitz würden dadurch Arbeitsplätze wegfallen.