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28.03.2019, 14:44 Uhr

Naturschutz lebt von Akzeptanz

(Forst) Naturschutz lebt von Akzeptanz - dieses Fazit zog Dr. Schulze bei der Diskussion zum Thema - Spannungsfeld Wolf in der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses des Landkreises Spree-Neiße.

Der Wolfsbeauftragte des Landes Brandenburg Steffen Hinze im Gespräch mit Dr. Schulze
Der Wolf steht an der Spitze der Nahrungskette, hat keine natürlichen Feinde und hat sich als sehr anpassungsfähig erwiesen. Der Bestand an Wölfen verdoppelt sich alle 3-4 Jahre, in Europa gibt es zur Zeit schätzungsweise 20.000 Tiere.

Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung des Wolfsbestandes bestätigte auch der Wolfsbeauftrage des Landes Brandenburg Steffen Hinze. In Brandenburg leben zur Zeit 39 Rudel, davon ein Drittel im Spree-Neiße-Kreis.

Die Nutztierschäden durch Wolfsrisse nehmen weiter zu, verbunden mit einer Kostensteigerung für den Schadensausgleich und Schutzmaßnahmen für betroffene Landwirte und Tierhalter.

Dieser Entwicklung muss mit geeigneten Maßnahmen entgegengesteuert werden. Nur so kann die Akzeptanz für die Ansiedlung des Wolfes in der Bevölkerung erhalten bleiben, betont Dr. Schulze.

Er verweist dazu auf Erfahrungen in anderen europäischen Ländern wie Schweden oder Frankreich, die unter streng kontrollierten Auflagen die Jagd auf Wölfe gestatten. In Frankreich wird dafür z.B. eine jährlich neu errechnete „Obergrenze“ für die maximale Entnahme von Wölfen in einem Gebiet festgelegt.

Die bisherigen Schutzmaßnahmen in Deutschland, reichen nicht aus oder sind nicht überall umsetzbar. „Beim Bau einer Autobahn wird darüber diskutiert, dass dadurch Lebensräume von Tieren zerschnitten werden. Dasselbe passiert aber auch, wenn wir alle Weideflächen zum Schutz vor dem Wolf einzäunen.“, so Dr. Schulze.

Im Bundestag sind erste Anträge beschlossen worden, die eine Überprüfung des Schutzstatus des Wolfes fordern. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat einen weiterführenden Antrag eingebracht. Die Diskussion um die geeigneten Konzepte wird in den Bundestagsfraktionen weiter intensiv geführt, dabei erweist sich die Festlegung, wann der günstige Erhaltungszustand des Wolfes erreicht wird, immer wieder als Streitpunkt.

Neben den Problemen für Landwirte und Tierhalter wurden bei der Veranstaltung in Forst auch die Sorgen der Hobby-Tierhalter diskutiert, die für kostenintensive Schutzmaßnahmen eine bessere Unterstützung brauchen.