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23.08.2019, 16:52 Uhr

Reicht das Wasser in der Lausitz, wenn die Kohle geht?

(Neuhausen) Der Wasserhaushalt in der Lausitz bereitet vielen Menschen Sorgen, das zeigte die sehr gut besuchte Veranstaltung in Neuhausen. Dr. Schulze hatte zur Diskussionsrunde eingeladen, um den Fokus stärker auf das Problem zu richten.

Mit Herrn Arnold (LEAG), Herrn Scholz (LMBV), Herrn Fritz (Landestalsperrenverwaltung Sachsen) und Prof. Dr. Grünewald vom Wasser-Cluster-Lausitz e.V. waren kompetente Gesprächspartner eingeladen, die sowohl die aktuelle Situation als auch mögliche Zukunftsaussichten benennen konnten. Die Moderation übernahm der Landtagsabgeordnete Raik Nowka.

Der aktuelle Wasserstand der Spree wird zu 80 % aus gehobenem Grubenwasser und durch gesteuerten Zufluss der Talsperren gehalten. Die Spree ist durch geringe Fließgeschwindigkeit und einen hohen Verdunstungsgrad gekennzeichnet. Hinzu kommt die Belastung des Wassers durch Eisenhydroxid, Sulfat oder einen zu niedrigen ph-Wert. Die Trockenjahre 2018/2019 haben die Situation verschärft. Absenkungen durch die Unterschreitung des Mindeswasserstandes im Senftenberger See oder das Austrocknen der Schwarzen Elster waren z.B. die Folge.

Frühzeitig wurden länderübergreifend Konzepte für den Wasserhaushalt entwickelt, die den aktuellen Bedingungen dringend angepasst werden müssen. Es müssen Prioritäten für die Wasserversorgung gesetzt und ein langfristiger Masterplan erarbeitet werden. Denkverbote darf es dabei nicht geben. Auch die Gründung eines Wasserwirtschaftsministeriums und die Stärkung von Studiengängen mit Fachrichtung Wasserwirtschaft ist zu diskutieren.

In der Landwirtschaft werden Regelungen für Bewirtschaftungssysteme, Rückstaubecken und Melorationsgräben benötigt. Über die Nutzung von geklärtem Abwasser zur Bewässerung muss neu nachgedacht werden.
Der Tourismus im Spreewald kann ohne oder zu wenig Wasser in den Fließen nicht existieren, das wird vor Ort bisher noch nicht ausreichend als Problem erkannt.

Einig waren sich die Experten, dass ein vorschneller Ausstieg aus der Braunkohle die Wasserprobleme massiv verstärken würde. Natürliche Prozesse können nicht beliebig beschleunigt werden, dazu fehlt es an entsprechenden Planungskapazitäten und Gesetzgebungsverfahren.

Die Lausitz ist aus wasserwirtschaftlicher Sicht einzigartig. Die Wahrnehmung der damit verbundenen besonderen Probleme der Lausitz muss in den politischen Diskussionen in Berlin und Potsdam erhöht werden. Unterstützung dazu müssen auch Verbände und Vereine der Lausitz, vom Wasser- bis zum Tourismusverband leisten, so das Fazit.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf, aber die Probleme sind lösbar. Ich werde die Vorschläge und Hinweise in die Diskussion im Deutschen Bundestag mit einbringen.“, so Dr. Schulze.