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24.08.2019, 17:21 Uhr

Sommertour im Großraum Burg

(Burg) Es hat schon Tradition, wenn Dr. Schulze zusammen mit dem vormaligen Amtsdirektor Uli Noack die Betriebe in Burg und Umgebung besucht. Burg liegt im Landtagswahlkreis 40 von Roswitha Schier. Somit bot es sich an, diese Tour mit unserer Kollegin aus dem Landtag zu unternehmen im Rahmen ihres Wahlkampfs um den Wiedereinzug in den Brandenburger Landtag.

Agro Service Geschäftsführer Udo Gubela, Roswitha Schier, Uli Noack & Dr. Schulze (v. l.)
Burg ist als Urlaubsdestination allgemein bekannt, sodass bei den vier Stationen auch zwei touristische Betriebe dabei waren. Der Schlangenkönig von Dirk Meier und das Landhotel von Dieter Gloede.
Beide Geschäftsführer berichten über die gute Auslastung ihrer Betriebe. Vor allem die Besucher im Spätherbst und Winter brauchen auch Freizeitaktivitäten, weshalb das Landhotel ab September mit dem Bau eines Hallenbades beginnt. Die 150 Mitarbeiter im Landhotel mitsamt der drei Restaurants und dem Streichelzoo sind ganzjährig beschäftigt. Für das italienische Restaurant wirbt man auch in Süditalien erfolgreich um Fachkräfte. Dass man permanent um Fachkräfte werben muss, ist durch die allgemeine Fluktuation im Gastgewerbe immer gegeben. Die wurde bereits bei den Fachgesprächen im Rahmen des Tourismusausschusses deutlich gemacht.

Das Kernelement des Spreewalds ist natürlich das Wasser. Ohne Wasseraktivitäten für die Besucher, bleiben die Gäste der Region fern.
Den Hoteliers ist die Wasserproblematik im Falle eines übereilten Braunkohleausstiegs klar. Schließlich besteht die Spree ab der Spremberger Vorsperre zu 75% aus gehobenen Grubenwasser der Tagebaue. Wird dieses nicht mehr von den Tagebauen eingespeist, ist nicht nur der Spreewald trocken, sondern auch die Trinkwasserversorgung im östlichen Berliner Leitungssystem gefährdet.

Die zahlreichen Fließe des Spreewalds brauchen eine gute Brückeninfrastruktur. Dirk Meier, der auch einer der größten Anbieter von Kahnfahrten ist, hat bereits Projekte wie Brücken und Anlegestege als Unternehmer selbst auf den Weg gebracht. Herauszustellen ist dabei, dass die vom Amt Burg veranschlagten Kosten durch seinen unternehmerischen Einsatz weitaus geringer waren.

Dass die Kosten für Brücken auch den Haushalt enorm belasten können war das Hauptthema in der angrenzenden Burger Gemeinde Werben. Bürgermeister Achim Dieke muss die Reparatur einer Spreebrücke 530.000,-€ in den kommunalen Haushalt einstellen. Dadurch sind in Werben aber keine Mittel für die Kita, die Freiwillige Feuerwehr oder die Ausbesserung von Straßen mehr vorrätig. Notwendig ist die Investition, weil die örtliche Feuerwehr diese Zufahrt braucht, um die Kameraden bei Waldbränden in der Lieberoser Heide schneller unterstützen zu können.

Landwirtschaft zwischen den Fließen des Spreewalds zu betreiben ist aufwändiger als an anderen Standorten. Die Acker- und Weideflächen sind kleiner zugeschnitten und erfordern andere Rahmenbedingungen für Förderungen, als in der Uckermark. Bei der vierten Station trafen die Abgeordneten auf Herrn Udo Gubela, dem Geschäftsführer der Agro Service GmbH. Aufgrund der kleineren Acker- und Weideflurstücke plädiert auf eine regionale Sichtweise bei der Aufstellung von Förderrichtlinien. Blühstreifen an Feldrändern müssen im Spreewald anders betrachtet werden Teilweise sind sie an wasserseitigen Feldrändern in größerer Form vorhanden als notwendig.

Kälberverluste durch Wolfsrisse fielen bislang noch nicht ins Gewicht. Sorgen bereitet Herrn Gubela aktuell das Waldsterben insbesondere bei den Erlen und Eschen.