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27.08.2019, 18:17 Uhr

Ein Atomkraftwerk für die Lausitz?

Die AfD auf dem energiepolitischen Holzweg

Dass sich die selbsternannte Alternative gerne mit fragwürdigen Aussagen in Stellung, bringt nimmt man bisweilen kopfschüttelnd zur Kenntnis. Der jüngste Vorschlag des sächsischen AfD-Landeschefs, Jörg Urban, in der Lausitz ein Atomkraftwerk zu errichten, irritiert dann allerdings in besonderen Maße.

Urban ignoriert mit dieser Forderung nicht nur den breiten gesellschaftlichen Konsens für eine atomfreie Energieversorgung, sondern verweigert sich grundlegenden Fakten. So ist die Entsorgungsfrage der abgebrannten Brennstäbe ungeklärt, noch schwerwiegender ist aber die Unkenntnis über die fehlende Eignung der Lausitz als AKW-Standort.

So würde bereits ein kurzer Blick auf eine Deutschlandkarte genügen, um zu erkennen, dass alle Atomkraftwerke an durchflussstarken Flüssen liegen. Die Lausitz hingegen ist trotz ihrer Seenlandschaft eine sehr trockene Region, der Betrieb eines Kernkraftwerkes daher schon aus wasserwirtschaftlicher Perspektive unsinnig.

Die Lausitz braucht für einen erfolgreichen Strukturwandel ein vernunftbasiertes Konzept und dazu die tatkräftige Unterstützung von Bund und Ländern. Die in Aussicht gestellte finanzielle Förderung wollen wir nutzen um unsere Region für die Zeit nach der Braunkohleförderung ab 2038 zu rüsten.Es wäre wünschenswert, wenn sich die AfD in diesen Prozess einbringen würde, anstatt sich fragwürdigen Träumereien hinzugeben.