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27.11.2019, 11:16 Uhr

Expertise aus Deutschland für südkoreanische Energiewende

Die Regierung in Südkorea hat sich vorgenommen in den nächsten Jahren den Anteil von Energie aus Kernkraftwerken um 10 Prozent zu reduzieren. Dafür setzt das Land verstärkt auf Offshore-Anlagen. 

Klaus-Peter Schulze mit Botschafter Dr. Bum Goo Jong und den südkoreanischen Parlamentariern Jongkul Lee, Chang Hyun Shin und Yongho Lee
Klaus-Peter Schulze konnte diese Woche als Vertreter des Umweltausschusses drei Parlamentarier aus Südkorea im Bundestag empfangen. Die hochrangige Delegation hatte um Expertise und Erfahrungen mit der Energiewende in Deutschland gebeten. Ein Streitpunkt in der südkoreanischen Energiewende sind die wegfallenden Arbeitsplätze.
Klaus-Peter Schulze erklärte, dass dieser Wegfall in Deutschland für Kernkraftwerksmitarbeiter vor allem durch Modelle der Frühverrentung und Altersteilzeit abgefedert werden konnte.
Die Befürchtung der Südkoreaner, dass der Strompreis ansteigen könnte, musste Klaus-Peter Schulze aufgrund der Strompreisentwicklung in Deutschland bestätigen. Er prognostizierte, dass der Strom im Zuge des Kohleausstiegs nochmal teurer wird. „Früher siedelten sich energieintensive Unternehmen neben den Kraftwerken an. Jetzt haben wir die Situation in Deutschland, dass die Energie aus Wind vor allem in Norddeutschland gewonnen werden kann, diese Energie aber im Süden der Bundesrepublik benötigt wird. Dadurch wird der Netzausbau nötig, was zu einer Strompreiserhöhung führen wird“, so Schulze.
Weiter betonte er, dass die Südkoreaner beim Ausbau ihrer Offshore-Anlagen die Vogelzugrouten entlang ihrer Küsten berücksichtigen müssen. Die koreanische Halbinsel ist ein wichtiges Durchzugsgebiet für zahlreiche asiatische Vogelarten. Der Löffelstrandläufer, weltweit eine der seltensten Vogelarten, ist hier zum Beispiel zu nennen.