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29.09.2020, 11:09 Uhr

CCS-Technologie in Norwegen

(Cottbus) Eigentlich stand im Kalender von Klaus-Peter Schulze im September eine Reise nach Norwegen im Kalender. Er wollte die CCS-Technologie vor Ort in Norwegen besichtigen. Doch eine physische Reise und ein direkter Austausch face-to-face waren aufgrund von Corona leider nicht möglich. Dennoch wollten alle Beteiligten nicht komplett absagen und entschieden sich für einen digitalen Ideenaustausch via Webinar und eine Verschiebung der Reise ins kommende Frühjahr.

Neben der Geschäftsführerin von Gassnova SF, dem norwegischen Staatsunternehmen für die Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff und weiteren CCS-Experten nahm auch die norwegische Öl- und Energieministerin, Tina Bru, kurz an dem Meeting teil.

Erst zwei Tage zuvor hatte die norwegische Regierung verkündet im Kampf gegen den Klimawandel 1,5 Milliarden Euro in ein Großprojekt zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (engl.: „Carbon Capture and Storage“, kurz: CCS) zu investieren. Es handelt sich hierbei um das bisher größte Klimaprojekt in der Geschichte Norwegens.

Als Industriepartner des CCS-Demonstrationsprojektes wurde Norcem Brevik, ein von HeidelbergCement im Süden Norwegens betriebenes Zementwerk, ausgewählt. In dem Werk sollen in der weltweit ersten Anlage zur CO2-Abscheidung und -speicherung (CCS) jährlich 400.000 Tonnen CO2 abgeschieden und zur dauerhaften Lagerung transportiert werden. HeidelbergCement hat das Ziel, spätestens ab 2050 klimaneutralen Beton zu produzieren.

Neben Norcem Brevik soll eine zweite Anlage zur CO2-Abscheidung im Müllaufbereitungswerk Fortum Oslo Varme entstehen. Das Müllheizkraftwerk will die Treibhausgase in den nächsten Jahren um 90 Prozent senken.

Zudem will Norwegens Regierung auch in das Gemeinschaftsprojekt für CO2-Transport und -Speicherung der Ölkonzerne Equinor, Shell und Total investieren.

Für Klaus-Peter Schulze war es ein interessanter Austausch, denn auch in seinem Wahlkreis - in Schwarze Pumpe - gab es bereits ein erfolgreiches Pilotprojekt zur Abscheidung von CO2. Die CCS-Technologie ist jedoch umstritten und in Deutschland ist CCS auf heftigen Widerstand von Bürgerinitiativen gestoßen, was Schulze sehr bedauert. Er wünscht Norwegen viel Erfolg bei der Weiterentwicklung der Technologie und hofft, dass er sich das Projekt im nächsten Jahr live vor Ort ansehen kann. Denn eine erfolgreiche CCS-Technologie in Norwegen führt vielleicht auch zu einem Umdenken in Deutschland.