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03.03.2021, 14:22 Uhr

Heute ist der Tag des Artenschutzes!

Am 3. März 1973 wurde das Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterzeichnet. Durch dieses werden bedrohte wildlebende Arten (Tiere und Pflanzen) weltweit geschützt. Der Tag des Artenschutzes soll an diesen Meilenstein des Natur- und Artenschutzes erinnern und auf die große Bedeutung wildlebender Tier- und Pflanzenarten für uns Menschen und auf die große Gefahr des Verlustes der globalen Artenvielfalt aufmerksam machen.

Dr. Klaus-Peter Schulze
Dieses Jahr steht der Tag des Artenschutzes unter dem Motto "Forests and Livelihoods: Sustaining People and Planet". Damit soll die zentrale Rolle der Wälder und ihrer Ökosystemleistungen für die Sicherung des Lebensunterhalts von Hunderten Millionen Menschen hervorgehoben werden. Insbesondere die historische Bindung von indigenen und lokalen Gemeinschaften mit historischen Bindungen an bewaldete und waldnahe Gebiete steht dabei im Mittelpunkt. 
 
In Deutschland dreht sich beim Thema Artenschutz aktuell alles um den Schutz der Insekten, die als Bestäuber und als wichtiges Glied der Nahrungskette ein unverzichtbarer Teil vieler Ökosysteme sind. Allerdings haben verschiedene Faktoren zu einem dramatischen Rückgang der Insektenpopulationen geführt. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, die Monotonisierung der Landschaft aufgrund der umfassenden Erzeugung von Biomasse sowie der damit einhergehende Flächenentzug. Zum Vergleich: 100 Hektar Energiepflanzenanbau ermöglicht die Erzeugung der gleichen Energiemenge wie zwei Hektar Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Hinzu kommt der Rückgang der Weidetiere. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Rinder um 1,1 Millionen Tiere zurückgegangen. In der Folge gibt deutlich weniger Kuhfladen, die jedoch ein überaus wichtiges Biotop für Insekten darstellen. Weniger Kuhfladen bedeuten somit weniger Insekten.
Weitere negative Faktoren im Hinblick auf die Insekten sind der Verlust von Brachflächen und Kleinstrukturen in der Landschaft (Hecken, Steinhaufen) und die zunehmende Lichtverschmutzung. Da die negativen Einflüsse auf die Insektenpopulationen derart vielfältig sind, müssen auch die Gegenmaßnahmen vielseitig sein und dürfen nicht auf einzelne Bereiche und Faktoren verengt werden.