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12.07.2021, 13:18 Uhr

Erfahrungsbericht von Margary Martínez: Drei Monate kultureller Austausch im Deutschen Bundestag

Im Rahmen des Internationales Parlament Stipendiums hatte ich die Chance, einen Einblick in das demokratische System Deutschlands zu gewinnen: Als Praktikantin im Deutschen Bundestag im Berliner Büro des Lausitzer Abgeordneten Klaus-Peter Schulze habe ich nicht nur verschiedene politische Perspektiven kennengelernt, sondern auch die Herausforderungen der Demokratie in Deutschland, die neuen Sozialbewegungen in der deutschen Gesellschaft und die Auswirkungen des Klimaschutzes für die Wirtschaft.

Margary Martinez und Klaus-Peter Schulze im Berliner Büro im Deutschen Bundestag
Kolumbien und Deutschland sind zwei ganz verschiedene Länder, die aber auch gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Beispielsweise spielen Tagebau und Kohleabbau nicht nur in der Lausitz, sondern auch in Kolumbien eine große Rolle. Während in Kolumbien diese Tagebauen immer noch aktiv und aktuell nicht Gegenstand politischer Diskussionen sind, sind sie in Deutschland zum Symbol der Klimaneutralität geworden. Mit dem Abgeordneten Schulze konnte ich direkt die Tagebauen im Brandenburg besuchen und sehen wie die Dynamik des Strukturwandels viele Sektoren betrifft.

Eine andere Gemeinsamkeit zwischen den Ländern sind die Biosphärenreservate. Während des Praktikum habe ich diesen Begriff und die Biosphärenreservate Deutschlands kennengelernt. Aufgrund dieser für die Arbeit im Büro wichtigen Thematik setzte ich mich auch viel mehr mit den Schutzgebieten in Kolumbien auseinander und konnte so noch einige Kenntnisse mehr auch über mein Heimatland gewinnen.
 
Als IPSlerin hatte ich auch Zugang zu den parlamentarischen Tätigkeiten sowohl von dem Abgeordneten Schulze, als auch von den Parteien, bzw. den Plenarsitzungen. Diese Erfahrung hat mir das föderalistische System Deutschlands und seine Vorteile näher gebracht.
 
Dieses Jahr war anders für uns alle, und besonders für den Abgeordneten Schulze, da es das letzte Jahr seiner Amtszeit ist. Auch wenn all die Aktivitäten nach Coronaregeln stattgefunden haben, bin ich über die Möglichkeit froh, dass ich ihm bei seiner Arbeit vor Ort im Wahlkreis und im Büro begleiten durfte. Durch mein Praktikum habe ich eine erste Berührung mit der Politik in Deutschland gehabt, und ebenfalls konnte ich in einer sehr angenehmen Team mitarbeiten.
 
 
Hintergrund zum IPS-Stipendium:
Parlamentarische Demokratie interessiert Sie? Wenn Sie aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Frankreich, Israel, Nordamerika, Südamerika, Zentralasien, dem arabischen Raum, Südostasien oder Neuseeland kommen, dann können Sie mit dem Internationalen Parlaments-Stipendium (IPS) des Deutschen Bundestages fünf Monate parlamentarische Arbeit im Detail kennenlernen und u.a. ein dreimonatiges Praktikum in einem Abgeordnetenbüro erleben.
Der Deutsche Bundestag vergibt dazu in Kooperation mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Technischen Universität Berlin jährlich bis zu 120 Stipendien für junge Hochschulabsolventen aus 50 Nationen. Programmzeitraum ist in jedem Jahr  1. März bis 31. Juli.

Ziele des IPS:
Demokratische Werte und Toleranz in einer pluralen Gesellschaft zu vermitteln, Verständnis für kulturelle Vielfalt zu vertiefen und das friedliche Zusammenleben in der Welt zu fördern. Das IPS will darüber hinaus einen Beitrag zur Festigung der bilateralen Beziehungen Deutschlands mit den teilnehmenden Ländern leisten.
Das Programm steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.
(Quelle: https://www.bundestag.de/ips_global)