Dr. Klaus-Peter Schulze MdB
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Stromerzeugung- und Verbrauch in Deutschland
Im Zuge der aktuellen Debatte um einen Kohleausstieg Deutschlands wird zu oft die stabilisierende Wirkung der Braunkohleverstromung auf das Stromnetz außer Acht gelassen.
 
Der deutsche Strommarkt ist minütlichen Schwankungen unterworfen. Dieser Effekt entsteht durch die wechselhafte Nachfrage und wird durch die kaum regelbare Einspeisung von regenerativen Energien zusätzlich verstärkt. 
Diese Schwankungen belasten das Stromnetz und müssen durch regelbare Kraftwerke ausgeglichen werden. Um eine kontinuierliche Grunderzeugung sowie eine stabile Netzspannung zu gewährleisten, benötigt es daher Grundlastkraftwerke. Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie, erfüllen in Deutschland allein Braunkohlekraftwerke diese Anforderungen und gewährleisten somit zum großen Teil die Netzstabilität in Deutschland.
 
Um die Bedeutung der Braunkohleverstromung zu verdeutlichen, stelle ich Ihnen hier wöchentlich aktualisierte Daten zu Erzeugung und Verbrauch von Strom in Deutschland zur Verfügung. Besonders deutlich wird der Bedarf an Kohlestrom an dunklen und windstillen Tagen. Dabei  kommt die Erzeugung von Wind- und Solarenergie durch die ungünstigen Produktionsbedingungen regelmäßig zum Erliegen.
 
Die hier dargestellten Daten sind einem Webangebot der Bundesnetzagentur entnommen.

Darüber hinaus finden Sie unten ein Diagramm. Dieses stellt die Stromerzeugung in Deutschland exemplarisch in dem Zeitraum 12. November 2018 bis 28. Dezember 2018 dar. Zeitpunkt ist jeden Tag 12.00 Uhr am Mittag. Anhand der Darstellung wird gut ersichtlich, dass sich Stromerzeugung und Stromverbrauch in etwa die Waage halten. Es kommt allerdings mitunter zu einem Verbrauch, der die erzeugte Menge übersteigt. Zusätzlich wird in dem Diagramm deutlich, welchen signifikanten Anteil Braun- und Steinkohle sowie Kernenergie an der produzierten Strommenge haben. Dies gilt insbesondere für die dargestellten Tage, an denen eine vergleichsweise niedrige Stromeinspeisung aus Windenergieanlagen stattfand. Mit dem beschlossenen Atomausstieg und dem geforderten Kohleausstieg ist hier kurzfristig eine erhebliche Lücke bei der Stromerzeugung zu füllen. Wie dies bewerkstelligt werden soll und wie die Strompreise gleichzeitig auf einem moderaten Niveau gehalten werden sollen, muss unbedingt vor dem Beschluss eines Kohleausstiegs geklärt werden. Eine Nichtbeachtung wäre schließlich eine große Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland.