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11.06.2021, 10:04 Uhr

Neue marine Raumordnung benachteiligt Meeresschutz

Ich sehe den neuen Entwurf zur marinen Raumordnung für die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone in der Nord- und Ostsee äußerst kritisch. Ein Grund ist, dass der Entwurf eine Öffnung des Meeresschutzgebiets Doggerbank für die Windenergienutzung vorsieht.

Neuer Raumordnungsplan sieht mögliche Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen im Schutzgebiet Doggerbank vor

Umweltpolitiker verschiedener Bundestagsfraktionen und Umweltverbände haben das für die Raumordnung zuständige Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eindringlich zu einer starken Berücksichtigung von Meeresschutzgebieten aufgefordert. Diese Appelle sind offenbar wirkungslos geblieben.

 

Angesichts der kritischen Situation in der deutschen Nord- und Ostsee braucht es ein Mehr an Naturschutz. Der neue Raumordnungsentwurf ist jedoch ein umweltpolitischer Rückschritt. Damit setzt sich bei der Raumordnung die Benachteiligung des Natur- und Umweltschutzes leider fort. So wurde schon zuvor die Errichtung von Windenergieanlagen im Bereich der wichtigen Vogelzugrouten in der Ostsee nicht ausgeschlossen.

 

Nach meiner Auffassung war es ein Fehler, dass Anfang der 2000er Jahre keine umfassende Analyse stattgefunden hat, wie viele Windenergieanlagen wir in Deutschland überhaupt errichten können. Das Ergebnis sehen wir jetzt: Der Ausbau der Windenergie wird ohne Rücksicht auf andere Nutzungsansprüche vollzogen. Damit rückt eine naturverträgliche Energiewende in weite Ferne.